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Bikepacking: Der Ratgeber zum neuen Radreisen

Bikepacking: Der Ratgeber zum neuen Radreisen

Lesezeit ca. 7 Minuten | Autor: Hervis Sports

Backpacking ist dir sicher ein Begriff, aber hast du schon von Bikepacking gehört? Dafür schwingst du dich auf ein Renn-, Mountain- oder Gravelbike und hast von A wie Arznei bis Z wie Zelt alles Nötige für eine mehrtägige Reise dabei. Der Reiz daran: Unabhängigkeit, Spontanität und vollkommene Bewegungsfreiheit. Aber Moment, steigen wir nochmal kurz vom Sattel: Was unterscheidet Bikepacking von einer “normalen” Radreise? Welches Rad ist am besten geeignet? Welche Ausrüstung brauchst du unbedingt? Keine Bange: Wir stehen dir mit Rad und Tat zur Seite.

Was versteht man unter Bikepacking?

Bikepacking ist keine klassische Radreise, bei der du mit klobigen Seitentaschen auf einer fixen Route von Hotel zu Hotel tingelst. Der Fokus liegt darauf, als Selbstversorger:in mit kleinem Gepäck völlig unabhängig zu reisen. Kompakte Fahrradtaschen bieten Stauraum für die nötige Ausrüstung, bringen dich aber selbst im Gelände nicht aus der Balance. Im Unterschied zum Bike & Hike machst du nicht nur einen Tagesausflug, sondern eine mehrtägige oder -wöchige Reise. Geschlafen wird vorzugsweise im Zelt oder unter freiem Himmel. Oder in einer Hütte. Oder doch im Hotel? – Du entscheidest! Der Vorteil: Du bist frei, asphaltierte Straßen oder Radwege auch mal hinter dir zu lassen und auf Schotterpisten oder unbefestigten Pfaden in die Natur vorzustoßen. Alles, was du dafür brauchst, hast du schließlich auf deinem Rad. Unnötiger Ballast bleibt zu Hause. Klar soweit? OK, jetzt willst du sicher wissen, was du brauchst um als Bikepacker:in durchzustarten.

Bikepacking

Was braucht man für Bikepacking?

Der Name gibt dir schon einen Hinweis: Bike und Gepäck sind die Grundbausteine für deine Tour. Daneben gibt es aber noch Fahrradzubehör und Ausrüstung, an die du vielleicht nicht sofort denkst, die dafür aber umso wichtiger ist. Schließlich sollten du und dein Rad auf alles gefasst sein.

1. Das Rad

Eins ist klar: Ohne Bike kannst du gleich einpacken. Dein Bikepacking-Abenteuer beginnt bei der Wahl des Fahrrads. Dieses sollte leicht, wendig und je nach Route auch geländegängig sein. Gepäckträger sind beim Bikepacking eher out, denn deine Essentials verstaust du in windschnittigen Spezialtaschen. So bleibt der Luftwiderstand gering und die Geschwindigkeit hoch. Wir haben die populärsten Modelle für dich zusammengetragen:

Das Rennrad ist auf Asphalt der absolute Platzhirsch. Dank seiner schmalen Reifen mit hohem Luftdruck und der sportlichen Geometrie hängt es in Sachen Geschwindigkeit jedes andere Rad ab. Das hat noch einen weiteren Vorteil: Bei hohem Durchschnittstempo, kannst du auch längere Distanzen in wenigen Tagen hinter dich bringen. Der größte Nachteil: Geländeausflüge sind schwierig bis unmöglich. Beim Gepäck ist zudem echter Minimalismus gefragt, denn du hast am sportlich geschnittenen Rahmen weniger Platz und musst außerdem das geringe Systemgewicht (d.h. Gewicht von Rad + Fahrer:in + Gepäck) beachten. Geschwindigkeit hat eben ihren Preis, das wirst du auch beim Komfort bemerken. Harte Rennradsattel werden über mehrere Tage schnell zur Tortur – vielleicht willst du dir zum Bikepacking lieber ein bequemeres Modell aussuchen.

Vorteile

Nachteile

Hohe Geschwindigkeit

Kaum geländegängig

Längere Etappen möglich

Weniger Platz für Taschen

Leichtgewicht

Geringerer Komfort

 

Das Mountainbike: Bikepacking hat seinen Ursprung in nordamerikanischen Mountainbike-Langstreckenrennen, diese Bauweise ist also ideal geeignet. Die Vorzüge des Bikepackings kostest du in der freien Natur voll aus und hier ist das Mountainbike deine beste Wahl: Mit ihm ist kein Berg zu steil und kein Weg zu steinig. Hardtails oder Fullies sind komfortable Begleiter für raues Terrain. Die Federgabel und besonders der gefederte Hinterbau bei einem Fully können aber die Anbringung der Taschen erschweren. Noch ein kleines Minus: Sobald du das Gelände verlässt und auf die Straße zurückkehrst, ist das Fahrgefühl auf den Reifen mit grobem Profil nicht mehr ganz so geschmeidig.

Vorteile

Nachteile

Freiheit auf jedem Terrain

Auf Asphalt etwas schwerfällig

Hoher Komfort

Federung stört evtl. beim Packen

 

Das Gravelbike, der SUV unter den Fahrrädern, wird beim Thema Bikepacking zum wahren Travel-Bike, denn es klaut sich einfach das Beste von Rennrad und Mountainbike und hat sogar noch ein paar eigene Tricks auf Lager. Leichter, sportlicher Rahmen ohne störende Federung, dafür mit reichlich Platz für Taschen, mittelbreite geländegängige Reifen, die auch auf der Straße flott laufen und ein eleganter Kompromiss zwischen Komfort und Aerodynamik machen dieses Rad zum Bikepacking-Favoriten. Nachteile? Ehrlich, es gibt kaum welche: Für raue Offroad-Touren ist das Gravelbike freilich nicht gemacht und auf der Straße kommt es an die Leichtfüßigkeit des Rennrads nicht ran, aber auf die wechselnden Anforderungen längerer Bikepacking-Trips ist es wirklich super vorbereitet

Vorteile

Nachteile

Leicht, sportlich, komfortabel

Für extremes Gelände ungeeignet

Solide im Gelände

Rennrad läuft auf Asphalt besser

Gut geeignet für Gepäck

¯\_(ツ)_/¯

 

2. Die Taschen

Da du bei der Wahl des Rads ja schon Wert auf Leichtigkeit und Wendigkeit gelegt hast, willst du diese Qualitäten nicht mit schweren Seitentaschen zunichtemachen. Um auf Trails und Waldwegen die Balance zu behalten, hilft dir das klassische Bikepacking-Setup aus Lenker-, Rahmen- und Satteltasche. Zäumen wir das Rad mal von vorne auf:

Die Lenkertasche bzw. Rolle: Hierbei handelt es sich in der Regel um einen wasserdichten Packsack (Drybag), der von beiden Seiten geöffnet werden kann. Besonders zu beachten ist die Länge – miss am besten deinen Lenker ab und suche gleich nach passenden Modellen, einige sind auch verstellbar. Gurte für die Befestigung sind normalerweise an der Tasche angenäht. Falls du schon einen Drybag hast oder ihn auch für andere Abenteuer verwenden willst, kannst du alternativ zu einem Harness greifen. Das ist ein Lenkergeschirr, in das du viele verschiedene Drybags einspannen kannst.

Tipp: Die Lenkertasche nicht zu schwer beladen! Unter zu viel Gewicht leidet das Handling deines Rads. Vor allem leichte Ausrüstung wie Zelt, Schlafsack oder Regenkleidung sind hier gut untergebracht.

Bikepacking: Der Ratgeber zum neuen Radreisen

Die Rahmentasche bzw. der Mid-Loader findet im Dreieck von Oberrohr, Unterrohr und Sattelstange Platz und wird per Klettverschluss an allen dreien festgeschnallt. Die Full-Frame-Variante füllt das ganze Rahmendreieck aus, Half-Frame-Taschen nehmen nur halb so viel Platz ein – mit dem Vorteil, dass du zusätzlich Flaschenhalter am Rahmen nutzen kannst. Der Mid-Loader ist sozusagen das Kernstück deines Setups: Er bietet das größte Volumen und wegen seines tiefen Schwerpunkts ist hier auch schweres Equipment, wie Werkzeug oder Campinggeschirr gut aufgehoben.

Tipp: Überleg dir auf welcher Seite du den Reißverschluss deiner Rahmentasche haben willst: Legst du dein Rad gewöhnlich auf der rechten Seite ab, sollte der Reißverschluss links sein, so zeigt er immer nach oben. 

Die Satteltasche bzw. der Back-Loader wird unter dem Sattel befestigt und ragt wie ein Heckspoiler nach hinten. Dieses Design bietet viel Stauraum, bleibt gleichzeitig aber ausbalanciert und kommt dir während der Fahrt nie in die Quere. Bist du im Regen oder auf matschigem Untergrund unterwegs, wird dein Hinterrad zur wahren Dreckschleuder, deshalb muss die Satteltasche vor allem eines sein: wasserdicht. Auch hier gibt es, wie bei der Lenkertasche, die Option ein Harness zu montieren, das dann als Halterung für einen beliebigen Drybag dient. 

Tipp: Achte bei Satteltaschen besonders auf die Befestigungsgurte. Hochwertige Back-Loader zeichnen sich durch ihre sichere Verankerung aus und schaukeln auch im unwegsamen Terrain kaum. Zudem gilt auch hier: Nicht zu viel Gewicht reinpacken!

Wie viel Volumen brauchst du eigentlich fürs Bikepacking? Die Antwort: Es kommt darauf an, wie lange du verreist und wie viel Minimalismus du dir zutraust. Wenn du erst mit dem Bikepacking anfängst, reichen für eine erste Schnuppertour mit einer Übernachtung 30 Liter aus. Echte Profis fahren damit aber auch mal quer über die Alpen. In kalten oder nassen Verhältnissen muss zusätzlich entsprechende Kleidung eingepackt werden, für anspruchsvolle Routen empfiehlt es sich daher, auf bis zu 60 Liter Stauraum aufzustocken. Marken wie Topeak, Vaude oder Deuter bieten fürs Bikepacking eine gute Auswahl.

Tipp: Mehr Volumen erreichst du durch zusätzliche, kleinere Taschen, die du auf dem Oberrohr, an der Gabel oder dem Vorbau montierst. Den bewährten Rucksack gibt es ebenfalls in stromlinienförmiger Bikepacking-Ausführung.

3. Die Ausrüstung

Bike und Taschen stehen bereit, bleibt noch die Frage, was du einpacken musst. Radbekleidung, Fahrradhelm und Werkzeug sollten ja auch bei Tagesausflügen immer dabei sein. Auf einer mehrtägigen Tour muss natürlich auch für deine Grundbedürfnisse gesorgt sein:

  • Schlafen: Hier bietet sich der Outdoor-Dreiteiler aus Zelt, Isomatte & Schlafsack an. Noch näher ans pure Bikepacking-Feeling kommst du mit der Freiluft-Kombi aus Biwaksack und Schlafsack. Oder du schlägst deine Zelte einfach in einer Jugendherberge oder Pension auf – und sparst dir so das Equipment.
     
  • Essen: Als Selbstversorger:in musst du neben deinem Proviant auch Camping-Ausrüstung dabei haben. Esbit-Kocher, Camping-Besteck und Multifunktionsmesser bilden deine Reiseküche. Klingt dir zu spartanisch? Wenn du nicht fernab der Zivilisation radelst, kannst du deine Kalorien selbstverständlich auch von Supermärkten oder Gasthäusern beziehen.
     
  • Körperpflege: Wir empfehlen ein sauberes und aufgeräumtes Arsenal mit Zahnbürste, Zahnpasta, etwas Seife oder Duschgel und saugfähigem Mikrofaserhandtuch. Für Notfälle darf das Erste-Hilfe-Set nicht fehlen.

Du bist jetzt mit Infos überladen und weißt gar nicht, wo du die ganzen Tipps verstauen sollst? Einen haben wir noch: Probier es einfach mal aus. Am meisten lernst du über Bikepacking, wenn du selbst im Sattel sitzt. Wieso nicht mit einem Overnighter, also einer Tour mit einer Übernachtung, auf einer Mountainbikestrecke in deiner Umgebung beginnen?

HAFTUNGSAUSSCHLUSS:

Diese Tipps und Infos haben wir nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass wir eine Haftung dafür nicht übernehmen können.

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